Wasserknappheit – ein Problem das näher ist, als gedacht.

Während in Entwicklungsländern noch immer mehr als 2 Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu trinkbarem Wasser haben, leben wir in Deutschland im Überfluss. Wir benutzen sauberes Trinkwasser nicht nur zum Trinken oder zur Körperpflege. Wir befüllen unsere Pools, gießen unsere Blumen und bewässern im Sommer Tennisplätze, damit sie nicht so staubig sind. Etwa 125 Liter Wasser gehen so im Durchschnitt für jeden von uns drauf – täglich. 

Nur 0,3 Prozent des Wassers auf der Erde sind Trinkwasser

Kaum jemand denkt darüber nach, woher das Wasser kommt, das er benutzt. Dabei werden die Ressourcen immer knapper. Die Erde ist zu mehr als zwei Dritteln von Wasser bedeckt, also dürfte Wassermangel doch keine Rolle spielen, oder? Leider ist das nicht so einfach. Was den meisten nicht bewusst ist: Nur etwa 0,3 Prozent des Wassers auf der Erde sind auch trinkbares Süßwasser. Der Rest ist entweder ungenießbares Salzwasser, oder aufgrund von Kontaminierungen nicht zu gebrauchen. Der exzessive Verbrauch von trinkbarem Wasser führt also dazu, dass die wenigen Quellen sauberen Trinkwassers immer weniger werden.

Wie der Klimawandel die Probleme der Wasserknappheit verstärkt

Auch der Klimawandel leistet seinen Beitrag dazu, denn in ohnehin schon trockenen Gebieten werden die Dürrezeiten länger und immer größere Flächen trocknen aus. In Spanien entsteht dadurch sogar eine Wüste namens Tabernas – die erste Europas. Klimawandel und rücksichtsloser Verbrauch führen dazu, dass die ursprünglich regenerativen Wasserquellen sich nicht mehr erholen und immer weiter austrocknen. Der Klimawandel sorgt außerdem für längere, intensivere Dürrephasen, gefolgt von Naturkatastrophen, wie Überflutungen, die dann auch noch die letzten vorhandenen Zugänge zu sauberem Wasser zerstören oder verunreinigen.

Paradebeispiel Aralsee

Ein sehr prominentes Beispiel hierfür ist der Aralsee, ein riesiges Süßwasserreservoir, das sich von Kasachstan bis Usbekistan erstreckt und nicht nur den gesamten mittleren Osten mit frischem Wasser versorgt. Er war einmal der viertgrößte Binnensee überhaupt und erstreckte sich über 68.000 km2. Er wurde von den beiden Zuflüssen Amu-Darja und Syr-Darja mit Schmelz- und Quellwasser versorgt. Mittlerweile wird aber so viel Wasser aus den Zuflüssen für die Landwirtschaft abgeleitet, dass kaum mehr etwas im See ankommt. Der Wasservorrat wurde so sehr ausgeschöpft, dass nicht mehr viel vom Aralsee übrig ist und das restliche Wasser wird immer salziger. Städte, die früher einmal als Hafenstädte direkt am Rande des Sees lagen, sind nun bis zu 100km vom Ufer entfernt. Das ist eine Strecke etwa so weit, wie von Dresden bis nach Leipzig. Doch auch diese dramatischen Veränderungen haben noch nicht dazu geführt, dass sich die Denkweise der Menschen ändert. 

Die Verlierer der Wasserknappheit jetzt

Frei nach dem Motto „und nach mir die Sintflut“ werden weiterhin die Trinkwasservorräte der Erde ausgeschöpft, ohne Rücksicht auf die Zukunft. Doch diejenigen, die fleißig sauberes Wasser zur Bewässerung von Golfplätzen in der Wüste nutzen, sind nicht die, die von den Folgen als erstes getroffen werden.

Wasserknappheit ist schon lange ein Problem in trockenen, oder schnell wachsenden Gebieten der Welt. Die betroffenen Länder sind zudem meistens sehr arm und wirtschaftlich schlecht entwickelt. Hinzu kommt die Abfallentsorgung. In den meisten produzierenden Ländern werden Industrie- und Privatabfälle in Gewässern entsorgt, wodurch potentiell trinkbares Wasser stark verschmutzt und ungenießbar wird.  

Die Verlierer der Wasserknappheit in naher Zukunft

Doch die Wasserknappheit trifft langsam aber sicher auch weiter entwickelte Länder. China gilt als Paradebeispiel. Aufgrund des rasend schnellen Bevölkerungswachstums und des industriellen Booms in den größeren Städten, wird der aufsteigenden Wirtschaftsmacht die Wasserknappheit zum Verhängnis. Das Land verbraucht deutlich mehr Wasser, als die vorhandenen Quellen bereitstellen können. 

Große Konzerne sehen in dem Problem ihre Chance, schnelles Reichtum zu erlangen. 

Die Idee: Frisches Wasser soll aus dem Baikalsee in Sibirien, der mehr als 1000 km von China entfernt liegt, gepumpt werden und nach China transportiert werden, wo es dann teuer verkauft wird. Doch dieses kurzfristige Konzept kann keine Lösung für das allgegenwärtige Problem sein, das früher oder später alle Länder treffen wird, wenn es so weitergeht. So würden nämlich alle Länder zu Verlierern der Wasserknappheit werden, die sich den Kauf des Trinkwassers aus ärmeren Ländern nicht leisten könnten, oder gar ihr eigenes Wasser verkaufen müssten.

Die Folgen Der Wasserknappheit

Langfristige Lösungsansätze gibt es keine und Länder, denen nicht so viel Geld zur Verfügung steht, leiden enorm unter der Knappheit. 

Weil wir täglich bis zu einer halben Stunde unter der Dusche stehen und sauberes Trinkwasser unbegrenzt aus Wasserhähnen und Gartenschläuchen fließt, scheint die Bedrohung so absurd, doch in nicht allzu ferner Zukunft wird die Wasserknappheit auch die westlichen Staaten erreichen und wenn es einmal soweit ist, sind die anzunehmenden Folgen fatal. 

Immer mehr Menschen in Entwicklungsländern zieht es in große Städte, die den Zugang zu Trinkwasser vermeintlich erleichtern, doch auch hier zeigen sich die Folgen des Klimawandels und des verschwenderischen Umgangs mit unserem wahrscheinlich wertvollsten Gut. Schon jetzt verlassen ganze Völkergruppen ihre Heimat, um nicht zu verdursten und die Wasserwanderung wird viele Bewohner unterschiedlicher Länder in die gleiche Richtung treiben und für Platzstreitigkeiten sorgen. Der Kampf um den Anspruch auf das saubere Wasser wird zu wirtschaftlichen Konflikten führen. Von den persönlichen Auswirkungen ganz zu schweigen. 

Doch ohne Wasser kann ein Mensch ohne körperliche Anstrengung gerade einmal vier Tage überleben.

Fast zwei Drittel der Weltbevölkerung leiden mindestens einen Monat im Jahr an akuter Wasserknappheit, obwohl der uneingeschränkte Zugang zu sicherem Trinkwasser ein Menschenrecht ist.

Jeden Tag sterben nach Angaben der UN mehr als 15.000 Kinder, fast alle davon aufgrund von direkten oder indirekten Folgen der Wasserknappheit. Wasserpumpen und Brunnen, die in betroffenen Gebieten gebaut werden, retten viele Leben, doch ohne die Unterstützung von Hilfsorganisationen ist der Bau einer Solchen Vorrichtung nicht möglich.  Link zur Spendenseite einfügen?

Doch schon 2 Minuten kürzeres Duschen und das Abschalten des Wassers während dem Zähneputzen, oder gut isolierte Dichtungen, Rohre und Dämmungen reduzieren den Wasserverbrauch um bis zu 15 Prozent. Leisten Sie Ihren Beitrag für eine bessere Zukunft, ohne dass Sie sich im Alltag einschränken müssen.

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