Die Nacht der Bestimmung (Lailat al-Qadr)

Der Fastenmonat Ramadan neigt sich auch in diesem Jahr wieder dem Ende zu. In diesem Jahr ist der letzte Fastentag der 12. Mai. Die letzten zehn Tage in diesem heiligen Monat haben im Islam eine nochmals überhöhte Bedeutung. Denn in diesem Endspurt gibt es die geheime Nacht, die so viel Wert ist wie 80 Jahre. Die Rede ist von der Nacht der Bestimmung – (arab. Leilat al-Qadr).

Ramadan: Das Fest naht

Das Ende des Ramadan mündet in ein dreitägiges Fest. In normalen Zeiten treffen sich dann Freunde und Familie, die Kinder werden beschenkt und man isst gemeinsam viele Süßspeisen. Das Fest wird auch Zuckerfest genannt, weil viele Kinder an diesen Tagen Süßigkeiten bekommen. In Zeiten von Corona war die Vorfreude auf dieses Fest sehr groß. Auch in diesem Jahr sollte aber die Pandemie diesen besonderen Tag nicht vermiesen. Vor allem sollte die Freude der Kleinen trotzdem ermöglicht werden. Time to Help e. V. setzt sich auch in diesem Jahr für die Bedürftigen ein. Selbstverständlich werden bei allen unseren Aktivitäten sämtliche Corona-Regeln eingehalten.

Die Nacht der Bestimmung

Auf Türkisch wird die sehr besondere Nacht innerhalb der letzten zehn Tage des Ramadan als Kadir-Nacht bezeichnet. Auf Deutsch spricht man von der Nacht der Bestimmung. Der islamischen Legendenerzählung zufolge übermittelte Erzengel Gabriel erstmals in jener Nacht eine Botschaft Allahs an den Propheten Muhammed. Diese Nacht ist also die Geburtsstunde des Islam und des Koran auf dieser Welt. In jener Nacht wurde Muhammed in seine Rolle als Prophet der gesamten Menschheit eingeweiht. Aufgrund dieser spirituellen Bedeutung begehen Muslime weltweit diesen Tag in gesonderter Besinnung und mit Rückzug. Ursprünglich hieß es, dass diese besondere Nacht in einer der letzten zehn Tage versteckt sei. Doch es hat sich dennoch etabliert, dass ein bestimmter Tag im Kalender als die Nacht der Bestimmung festgelegt wird.

Koran spricht von dieser Nacht

Sehr viele Muslime vermeiden an diesem Tag den Kontakt zur Außenwelt. Einige ziehen sich in der Moschee zurück. Eine Tradition, an der auch frühere muslimische Herrscher teilgenommen haben. In Gedanken an die göttliche Offenbarung verbringen Muslime diese Nacht in Gebeten. In einigen Erzählungen wird die Nacht der Bestimmung als so wertvoll wie 1000 Nächte bezeichnet. Andere glauben, dass sie sich durch Gebete in dieser Nacht von den Fehlern und Mängeln der vergangenen Zeit befreien können. Diese Nacht kommt auch im Koran vor. Viele Muslime kennen diese Sure auswendig, weil sie die Verse beim Gebet gerne rezitieren. In der Sure 97, die Suratul Qadr heißt es:

„Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. Wir haben den Koran in der Nacht der Bestimmung herabgesandt. Aber wie kannst du wissen, was die Nacht der Bestimmung ist? Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate. Die Engel und der Geist kommen in ihr mit der Erlaubnis ihres Herrn hinab. Sie ist voller Heil und Segen, bis die Morgenröte sichtbar wird.“ Sure 97, Verse 1–5

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